Endlich passte alles zusammen – Jugendmannschaft schlägt Lachendorf (3:1)

Nach der hohen Niederlage gegen den Tabellenführer SVG Caissa Kassel II vor zwei Wochen, hatten wir uns viel vorgenommen und die Mannschaft umgebaut. Die Stammmannschaft aus unseren vier Jugendspielern wird nun um einen Spieler aus dem A-Team am Brett 1 verstärkt.

Das sollte sich auszahlen. Stefan war am ersten Brett mit Schwarz der Sieg nicht zu nehmen. Allerdings bewegte er sich auf bewährten Bahnen und der Marschall Angriff in der spanischen Partie, den er mit Schwarz abwehrte folgte der Theorie sage und schreibe bis zum 17. Zug. Die Stellung kam im Großmeisterschach bereits viermal auf Brett (1987, 2007, 2008 und 2009); dreimal gewann Schwarz und einmal endete die Partie remis.

Der einzig mögliche Zug, der in etwa Ausgleich hält, ist hier 18. Ld2 … Nach soviel Großmeisterlichem Schach fühlte sich Stephans Gegner an dieser Stelle überfordert und griff mit 18. Te5… voll daneben. Die Motivation für seinen Zug bleibt rätselhaft. Er verliert zunächst die Qualität und gibt zwei Züge später auf.

Kendrik hatte an Brett 1 bereits die ganze DSOL Saison über gut gespielt, es in manch aussichtsreicher Position aber geschafft, sich selbst ein Bein zu stellen. Das sollte heute anders werden.

1. e4 e5 2. Sc3 Sf6 3. f4

Neben der großen Neuheitswirkung des Wiener Gambits macht die Tatsache, dass man sie nie tiefgehend analysiert hat, es schwer für Schwarz, ein sicheres Abspiel zu finden. Ein Plus aus der Sicht von Weiß ist, dass hier Spielraum für Kreativität besteht. So kann man eigene Ideen entdecken und weiterentwickeln. Wir folgen dem Abspiel nun zunächst bis zum Ende der Theorieaufschreibungen.

Nach 3. … d6, 4. Lc4 exf4, 5. d4 Lg4, 6. Sf3 entsteht die obige Stellung, die dreimal (1980, 1983, 1988) in der Turnierpraxis aufgetaucht ist. Zweimal gewann Weiß, einmal endete die Partie remis. Am aussichtsreichsten für Schwarz scheint der Zug Sh5 zu sein (+0,3).

Auch hier greift der Schwarze wie in der Partie an Brett 1 auf unbekanntem Terrain mit 6. … g5? (+2,4, 03:44) daneben und Weiß findet problemlos den besten Zug 7. h5! (+2,3, 06:12). Nun ist der Schwarze vollends von der Rolle und reißt die Partie mit 7. … Se4?? (+6,7, 04:58) nun vollends um.

Nur einen Wimpernschlag später liegt das Haus in Trümmern. Es folgte 8. Sxe4 d5, 9. Lxd5.

Nach 9 … DxLd5 gewinnt 10. Sf6 die Dame. Die Gabel hatte der Schwarze wahrscheinlich übersehen und hätte hier getrost aufgeben können. Er ließ es sich jedoch nicht nehmen, die aussichtslose Partie noch bis zum 21. Zug von Weiß weiterzuspielen, ehe er die Waffen streckte.

Die beiden letzten Partien endeten aus Sicht es Online Clubs 1:1. Matteo spielte an Brett 3 etwas überhastet, lies sich in eine Fesslung hineinziehen und sein Gegner nutze diese Schwäche gnadenlos aus. Tjark siegte glücklich, aber das Glück ist eben auch mit den Tüchtigen, sagt man. Die Kommentare für Matteo und Tjark werden dann im nächsten Bericht mit anderen Partien nachgeholt.

Nach dem 3:1 verbesserte sich Team 2 vom 8. auf den 5. Platz und man darf gespannt sein, wie sich das Ganze noch weiterentwickelt. Man darf nicht vergessen, dass alle unsere Jugendspieler noch keine DWZ Wertung haben und hier zum Teil gegen Gegner antraten, die bis zu 800 Punkte mehr auf dem Konto hatten. Chapeau!

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