Im Wechselbad der Gefühle – Online Schachclub BHV – Lasker Steglitz endet 2:2

Unsere 1. Mannschaft empfing in der 5. DSOL-Liga – A den leicht favorisierten Gast aus Berlin. Lasker Steglitz lag Punkt und Brettpunkt gleichauf mit dem Online Schachclub auf Platz 1 der Tabelle.  Die Berliner Mannschaft hat aber eine etwas stärkere DWZ-Durchschnittszahl.

Das Match gestaltet sich ausgesprochen spannend. Es wurde über die volle Distanz von 1,5 Stunden + Zeit-Bonus gespielt. Eine Besonderheit dieses Wettkampfes war, dass alle vier Partien von Schwarz gewonnen wurden. Dies ist selten. Die Links zu den Partien auf der DSOL Homepage sind jeweils beim Namen des Spielers hinterlegt.

Nachdem ein Stammspieler absagen musste, wagte der Senior der Mannschaft, Peter, an Brett 4 nach 37 Jahren seine erste Turnierpartie. Eine aggressive Variante der Caro Kann brachte ihn rasch in eine defensive Position, aus der er sich Zug um Zug befreite und die Partie in einen unwiderstehlichen Gegenangriff überleitete. Nach knapp einer Stunde stand es 1:0 für Bremerhaven.

Leider verlor Karsten nach einigen technischen Turbulenzen: sein Gegner konnte anscheinend den richtigen Turnierraum bei Chess Base nicht finden. Schließlich startete er seine Partie mit einer Restzeit von etwas über 10 Minuten, quasi als Blitzpartie. Die Sache ließ sich also für uns gut an, scheiterte jedoch an einem ärgerlichen Flüchtigkeitsfehler von Karsten.

Als ich nach weit mehr als einer Stunde und dem Ende meiner Partie einen Blick auf die verbleibenden Bretter wagte, sah es für Christoph und Jochen nicht gut aus. Christoph hatte eine Figur für zwei Bauern geopfert und das Spiel nährte sich dem Endspiel. Aber es kam andres, wie so oft im Schach.

Zug um Zug befreite sich Christoph aus der misslichen Situation. Mit einem Springer weniger setzte er den Gegner mit zwei verbundenen Freibauern unter Druck, …

Weiß greift in ausgeglichener Stellung
 in Zeitnot mit Sb4 daneben

… wandelte schließlich die Bauern in eine Dame um und siegte glänzend. Es stand 2:1 für den Online Schachclub.

Jochens Partie war die letzte, die ihr Ende fand. Nach mehr als 1,5 Stunden, die reguläre Zeit war schon ausgeschöpft, hatte Jochen mehr als 11 Minuten (durch Zeitgutschriften) auf der Uhr und sein Gegner war bei einer Restzeit von weniger als 30 Sekunden angekommen. Jochen hatte eine schlecht stehende Stellung und im verbleibenden, aber schwierig zuspielenden Endspiel, sich wieder gut herangekämpft, nachdem sein Gegner den Gewinn mehrfach ausgelassen hatte. Ein Sieg des Online Schachclubs (2 ½:1 ½) schien bei Remis im Bereich des Möglichen.

Stellung vor den 46. Zug von Weiß
Stockfish sieht leichtem Vorteil für Schwarz: -1,6

Dann spielte Jochen g4 und übersah eine drohende Mattkombination. Schach ist manchmal ungerecht in einer einzelnen Partie, aber letztlich war eine Punkteteilung der beiden stärksten Mannschaften ein Ergebnis, das beiden Seiten gerecht wurde.

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