Jugendmannschaft des Online Schachclub siegt zur allgemeinen Überraschung gegen Findorff

Das 1. Bremen und Umzu Turnier ist für unsere Jugendmannschaft eine wunderbare Ergänzung bei der Vorbereitung auf die OTB Saison 21/22. Besonders danken wir dem SV Werder, dass er es mit 3 Mannschaften möglich gemacht hat, dieses Turnier in einem interessanten Rahmen zu veranstalten.

Um es vorwegzunehmen: Wir haben mehr als glücklich gegen Findorff gewonnen und wir wären auch mit einer Punkteteilung mehr als einverstanden gewesen. Aber es kam anders.

Baumann (1867) Findorff – Cabiles (ohne DWZ) Online Schachclub Bremerhaven – 13.04.21– Brett 1

 Kenny hatte bereits in der DSOL 2 – 9. Liga am ersten Brett einen sehr soliden Partieaufbau gezeigt, was sich aber durch den Mangel an Spielpraxis nicht immer in Brettpunkte umsetzte.

In der Partie zeigten beide Spieler keine Schwächen bis zum 14. Zug von Schwarz. Hier verpasste Schwarz mit 14. … c5 die eigentlich naheliegende Abfolge 14. … Sh5 mit Tausch des schwarzfeldrigen, weißen Läufers, die zu einem ausgeglichenen Spiel führt. Weiß lässt nun seinerseits die Gelegenheit aus, mit 15. dxc … den Vorteil festzuhalten. Der optisch gute aussehende Zug 15. Dc2 … führt nur zu ausgeglichener Stellung.

Die obige Stellung zeigt die Partie nach Zug 23. dxe … Mit 23. De2 hätte der Weiße einen Vorteil festhalten können. Man beachte an dieser Stelle auch den unterschiedlichen Zeitverbrauch der Spieler: Weiß 29:03 Schwarz 12:42.

Trotz der knappen Zeit spielt Kenny die nächsten Züge bis zum Remis durch Zugwiederholung quasi fehlerfrei. Weiß beendet die spannende Partie im 37. Zug auf eigenen Wunsch durch Zugwiederholung bei einer Restzeit von 26:08 zu 03:35. Eine starke Leistung von Kenny an Brett 1.

Kretschmer (ohne DWZ) Online Schachclub – Hentrop (1742) Findorff – Brett 2

Das beliebte Londoner System im Damenbauernspiel ist für Weißspieler einfach zu erlernen und führt meist zu geschlossenen Stellung mit einem ruhigen Partieverlauf.

Mit 16. … Dd6?! vergibt Schwarz die Möglichkeit mit 16. … Se4 in Vorteil zu kommen. Nach nachfolgendem 17. … f6 hätte der Schwarze die Möglichkeit gehabt, den Springer von e5 zu vertreiben und seine Majorität am Damenflügel auszuspielen. Die weiße Bauernformation ist geschwächt und es ist schwer die Entwicklung sinnvoll abzuschließen.

Nach der kleinen Ungenauigkeit des Schwarzen steht die Stellung wieder ausgeglichen und wird in den folgenden 16 Zügen von beiden Seiten weiter vereinfacht. Wobei die Nulllinie nie überschritten wird.

Im 33. Zug nahm sich Schwarz 15 Sekunden Zeit und riss die eigentlich auf Remis stehende Partie einzügig um. Der übereilt gespielte Zug 33. … g5?? führt zu einem für Schwarz unrettbar verlorenen Bauernendspiel mit der schnelleren Bauernumwandlung für Weiß.

Fortuna lächelte uns wieder einmal zu, was Sie aber nur bei denen tut, die sich mit der notwendigen Kampfbereitschaft reinhängen. Die beiden letzten Partien liefen noch; es stand 1½ : ½ für den Online Schachclub.

Kropp (1747) Findorff  – Schröpfer (ohne DWZ) Online Schachclub – Brett 3

Der Weiße kommt gut aus der Eröffnung und bringt Schwarz durch die Fesselung des Springers auf e7 in Bedrängnis. Gute Züge sind Mangelware.

Mit 16. … La5 stellt Schwarz problemlos eine Figur ein. Das möchte der Weiße nicht auf sich sitzen lassen und gab die Figur zehn Züge später mit 26. De3xBe4 zurück. Richtig war 26. De3xf3. Nach 26. Df3xSc3 gewinnt Schwarz die Figur zurück.

Wir überspringen an dieser Stelle einige beiderseitige Fehler, die das Blatt immer wieder hin- und her wendete.

Im Zug 47.  … Sb5 hatte, Schwarz wieder einmal einen Gutteil seines Vorteiles abgegeben. Doch mit 48. a4 … ?? übersah Schwarz bereits in Zeitnot die Gabel 48. … Se4! und gab ohne weiteres Zögern auf.

Matteos Sieg mit Schwarz war mehr als glücklich, aber nicht unverdient. Die Bereitschaft auch in schwieriger Stellung unbekümmert weiterzuspielen wurde reich belohnt. Mit Sicherheit hätten wir Findorff eine Punkteteilung gegönnt, aber Fortuna wollte es diesmal anders und wir müssen das akzeptieren.

Von Höfeling (ohne DWZ) Online Schachclub – Thissen (1553) Findorff – Brett 4 – Damengambit

Im Allgemeinen ist es im angenommenen Damengambit für den Schwarzen nachteilig, wenn er den Bauern verteidigt. So hatte ich es mir vor 45 Jahren eingeprägt. Niklas hat dann schon kräftig mitgeholfen, damit die Rechnung aufging. Immerhin gab es keine groben Fehler, wenn man mal davon absieht, dass er schlecht aus der Eröffnung rauskam.

Hier geschah im Zug 8. axb5; besser war 8. O-O. Nach 8. cxb5 hält Schwarz den Mehrbauern auf Dauer fest und der Nachteil führt konsequenter Weise zu einer Verschlechterung der Weißen Stellung über die nächsten 36 Züge. Keine der Seiten machte von nun an gravierende Fehler, sondern die Entwicklung war lediglich eine Folge des Eröffnungsnachteils.

Man beachte den Zeitverbrauch. Am Ende hatte der Schwarze noch 5:06 auf der Uhr, während der Weiße noch mehr als 21:00 auf seiner Uhr hatte. Trotz der Niederlage möchte ich Niklas mal ein Lob für seine Zähigkeit aussprechen. Die mangelnde Technik arbeiten war dann im Training mal konsequent auf.

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