Pfullingen III schlägt Bremerhaven II 3:1 überraschend klar

Wie erwartet konnte sich unser Spitzenspieler Mirko Diehl in der 9. Liga problemlos an Brett 1 durchsetzen. Es kam auf die Ergebnisse der Jugendspieler an. Unsere  Erwartungen waren nach dem Sieg gegen Lachendorf letzte Woche hoch.

Brett 2: Caro-Kann – Schwarz kommt in der Eröffnung in Nachteil

Stellung nach 5. … f6

Andreas Michaelis – Kendrick Cabiles (BHV)

Im 5. Zug … f6 weicht Schwarz von der Theorie ab (+1,0).

Im Training hatte ich mehrfach darauf hingewiesen, dass der bei den Jugendspielern allseits beliebte Bauer f7 bzw. f2 eigentlich am Brett festgeklebt werden müsste.

Richtig war Lg4. Schwarz kommt nun rasch in Nachteil. 5 Züge später geht mit 10. Sxd4 … ein Bauer verloren (+1,5) und die Partie wendet sich zu Gunsten des Weißen

Stellung nach 10. Sxd4

Andreas Michaelis – Kendrick Cabiles (BHV)

Der Stellungsnachteil aus der Eröffnung führte zur schließlich im 30. Zug zur Niederlage. Wahrscheinlich hatte der Schwarze, der nun 20. Züge lang den vorsichtigen Rückwärtsgang einlegen musste, einfach genug. Allerdings hätten wir bei Stand von 1:2 des Wettkampfes in einer immer noch verwickelten Stellung etwas mehr Kampfeslust und Ausdauer gewünscht …

Brett 3: abgelehnte Tarrasch Verteidigung im Damengambit

Bis zum 8. Zug bewegt sich die Partie in bekannten Bahnen.

Achim Jooß – Matteo Schröpfer (BHV)

Stellung nach dem 8. Zug … Sc6 von Schwarz

Die vielfach erprobte Stellung ist laut Eröffnungstheorie ausgeglichen. Nach 9. SxSc6 bxSc6 und nach 10 Lg2 …

Achim Jooß – Matteo Schröpfer

steht Schwarz (-3,7) plötzlich wegen 10. … Lxf2, 11. Kxf2 Sg4 mit Rückgewinn der Figur auf Gewinn. Aber Matteo lässt die Gelegenheit in Rekordzeit aus. Ganze 1:33 hatte er bis zum 10. Zug verbraucht (Weiß 4:17). Nur 6 sec später spielte er 10. … Db6 (?). Es folgte 11. O-O (+1,1) und nun steht der Weiße wenige Züge später auf Gewinn.

Wahrscheinlich unterlief dem Schwarzen hier der Fehler, dass er am Anfang der Partie glaubte sich in einer Blitzpartie zu befinden.

Brett 4: Ein verschenkter Punkt

Nach 1. d4 e6, 2. e4 d5, 3. f3 (?) entstand die für Weiß nachteilige Stellung (-0,9) …

Niklas von Höveling (BHV) – Alexander Ott

Nein, nein, nein, nicht schon wieder dieser verfluchte Bauer auf f2 (siehe Anmerkungen zu Brett 2 oben). Sieht als Sägezahn-Muster auf dem Schachbrett ganz nett aus und schließlich ist es gar nicht so einfach nach drei Zügen einen Bauern weniger zu haben, aber …

Wir überspringen den nächsten Abschnitt der Partie. Niklas wäre nicht Niklas, wenn er sich aus solchen Widernissen des Lebens nicht genial herauswursteln würde. Wir betrachten das Ganze mal vom Ende her …

Im 37. Zug spielte Niklas Gegner nach Schach mit Schwarz 37. … Kg6. Die Stellung ist für den Weißen bei T + 3 Bauern gegen die Dame gewonnen. Es gab wenige Züge, die den Sieg von Weiß stoppen konnten.

Niklas von Höveling (BHV) – Alexander Ott

Stellung nach dem 37. Zug von Schwarz Kg6

FEN: 8/pp4pp/1r1N1pk1/8/8/1P2Q1P1/K1b5/8 w – – 14 38

Der Weiße griff mit 38. Kb2 voll daneben, gab die Dame ohne Not zurück und verlor nach 38. … Txb3 das Endspiel bei klarer Materialunterlegenheit nach wenigen weiteren Zügen.

Bei einem Sieg hätte es noch zu einem Unentschieden gereicht; eigentlich Schade.

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