Über den Zaun geblickt

Die folgende Partie wurde am 01.03.21 in der 5. Runde der DSOL 2 gespielt und bei einem Sieg hätten sich die Schachfreunde Leherheide an die Spitze des Feldes in Gruppe 6 B setzen können. Leider wollten sie es dem Online Schachclub nachmachen und unterlagen gegen Rinteln II mit 1 ½ zu 2 ½.

Einen bleibenden Erinnerungswert hat die Partie von Alexander Wildt, des besten Jugendspielers des Vereins. In dem äußerst seltenen Endspiel König + drei Springer gegen König setzte er seinen Gegner in 97. Zug Matt.

Für Freunde der Endspieltheorie sei gesagt, dass diese Konstellation immer siegreich für den Besitzer der drei Springer endet, während das Endspiel zwei Springer + König gegen König nur dann zu gewinnen ist, wenn die schwächere Seite kräftig mithilft. Der Endspieltheoretiker André Chéron schrieb bereits 1957 in Band II seines ‚Lehr- und Handbuch der Endspiele‘ im Kapitel ‚König und drei Springer gegen König‘ (S.15):

„Da zwei Springer nicht zum Gewinn ausreichen, ergibt sich natürlich die Frage zu wissen, wieviel Springer man zum Gewinn braucht. Die Antwort ist, dass König und drei Springer leicht gegen den König gewinnen.“

So eine Stellung kommt in der Regel nicht von selbst aufs Brett und Alexander hat im 87. Zug mit einem Damenopfer kräftig nachgeholfen, um seine Fertigkeiten im Endspiel bei dieser Gelegenheit zu vervollkommnen. Wahrscheinlich hatte er zur Sicherheit vorher noch mal bei Chéron nachgelesen. Wir gratulieren zu dieser gelungenen humoristischen Einlage. Darauf muss man erst mal kommen.

Das Matt in zehn Zügen oder so, finden sie sicher leicht …

Stellung nach 87. … Dh8

DSOL 6 B 5. Runde – Sebastian Mündörfer (Rinteln II) – Alexander Wildt (Leherheide) 0 – 1, 01.03.21

FEN: 7q/7K/8/4nn2/5k2/6n1/8/8 w – – 16 88

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