Projekt Schach-Café

Ende Sommer 2020, wenige Wochen vor dem großen Corona Lockdown, führten zwei Bremerhavener Freunde des Schachspiels Gespräche, über die Möglichkeit das Schachspiel besser in der Innenstadt zu verankern und entwickelten Konzepte für die praktische Umsetzung. Viele Ladengeschäfte hatten bereits für immer geschlossen. Ende des Jahres folgten die Ankermärkte Saturn und Karstadt.

Bereits im August hatte die Bremerhavener Politik angekündigt, dieser Entwicklung mit einem millionenschweren Förderprogramm für Geschäfte gegenzusteuern. Der Leitgedanke war: „Die Zukunft der Innenstadt liegt nicht im Kaufen.“ Die Idee eines Non-Profit Schach Cafés passte in die Zeit.

Dann änderte der Lockdown ab Dezember 20 alles. Die Entwicklung des Projektes nahm eine andere Richtung. Ein Schach Café war der Politik kurzfristig damals nicht vermittelbar. Der ‚Online Schachclub Bremerhavener Schach-Gesellschaft‘ wurde 12/20 gegründet, um auch während des Lockdowns durch eine Teilnahme an der DSOL 2 Fortschritte für das Bremerhavener Schach zu erzielen. Mit zwei aus dem Stand aufgestellten Mannschaften erreichte der Verein bereits im März 21 eine Deutsche Meisterschaft in der DSOL 2. Die Idee in schwierigen Zeiten Fortschritte zu erzielen, ist keine Utopie, sondern auch eine Frage pragmatischen Handelns. Obwohl ‚Online Schachclub‘ anderes vermuten lässt, ist der Club in erster Linie ein traditioneller Verein zur Förderung des Schachspiels am Brett.

Im Februar 2021 erklärte sich die FH Bremerhaven, FB Medienwissenschaft, freundlicherweise bereit, das Projekt ‚Schach-Café‘ im Rahmen eines sozialen Projektes mit einer Seminararbeit zu unterstützen. Gedankt sei hier Frau Prof. Dr.-Ing. Ulrike Erb (FH Bremerhaven) für Ihre Vermittlung.

Es wurde ein Kurzvideo realisiert, um die Idee ‚Schach-Café‘ zu visualisieren. Das Video wurde von den Studentinnen Cornelia Block, Annabel Baumgarten und Lisa-Marie Leutner von der FH umgesetzt.

Hajo Haas steuerte die zeitgemäßen Logos für den ‚Online Schachclub‘ (s.o.) und das ‚Schach Café‘ (s.u.) bei und entwarf einen Katalog mit Design-Vorschlägen zur Verbesserung des Web- und Außenauftritts.

 

Schachvereine sind überwiegend konservativ. So orientiert sich Ihre Darstellung in Internet (sofern vorhanden) und die dort verwendeten Logos oft an Mustern, die noch auf das 19. Jahrhundert zurückgehen. Besonders beliebt ist immer noch ein auf der Spitze stehendes Schachbrett (Raute), das oft vom jeweiligen Stadtwappen geziert wird.

 

Unsere ausführlichen Diskussionen (Haas/Frei) über die Vorzüge einer minimalistischen Gestaltung, werden mir in bester Erinnerung bleiben und wurden m.E. in beiden Logos in perfekter Weise umgesetzt. Wort und Bild vermitteln unmittelbar und anschaulich das zugrundeliegende Konzept. Vom Rautenmuster verabschiedete ich mich schließlich mit Wehmut.

Das Projekt mit der FH, das komplett Online in etwa sechs Sessions realisiert wurde, konnte im Juli 2021 erfolgreich abgeschlossen werden.  Allen Vieren, die sehr engagiert gearbeitet haben, mein herzlicher Dank!

Auch beim Deutschen Schachbund (DSB) mit seinen mehr als 2.000 angeschlossenen Vereinen, fand das Projekt ‚Schach Café‘ Interesse. Das Projekt wurde im Rahmen einer Veranstaltung für Vereinsvorsitzende aus ganz Deutschland im März 21 bei einer Online-Konferenz in einem halbstündigen Seminarbeitrag vorgestellt und auf ‚Schach DeutschlandTV‘ (Twitch) ausgestrahlt.

Im Juli 2021 beschlossen die weiter selbstständigen Vereine SF Stotel/Loxstedt und Online Schachclub Bremerhaven sich zur SG Stotel/Loxstedt/Bremerhaven zusammenzuschließen, um mit zwei gemeinsamen Mannschaften in der Saison 21/22 an den Mannschaftsturnieren des Landesschachbundes Bremen teilzunehmen. Bereits bei der DSOL 2 hatten die Vereine eine Quasi-Spielgemeinschaft gebildet, die allerdings damals durch Spieler aus anderen Bundesländern komplettiert werden konnte. Im Rahmen der geschilderten Aktivitäten konnten beide Vereine einige Jugendspieler gewinnen.

Soweit der Stand 08/21. Wie geht es weiter?

Bevor die nächsten Schritte geschildert werden, drei grundsätzliche Anmerkungen, wobei hier nur auf Punkt 3 weiterbehandelt wird.

  1. Das Projekt Schach Café ist ein Digitalisierungsprojekt
  2. Das Projekt Schach Café zielt auf ein Vereinsheim im Stadtzentrum für alle Bremerhavener Vereine, die Interesse an der Mitnutzung von VCS (Video Kommunikation Systemen) Technik und den Räumlichkeiten für Ihre Veranstaltungen haben.
  3. Das Projekt Schach Café kann nur in die nächste Phase gehen, wenn sich ausreichend Sponsoren finden, die Anschubfinanzierung damit gesichert ist und die Stadt Bremerhaven das Projekt unterstützt, insbesondere aber nicht nur durch die zur Verfügungstellung von Räumen.

Die Stadt Bremerhaven führt unter dem Titel ‚Innenstadt neu denken‘ im September (17.09.-22.09.) einen Zukunftsworkshop durch. Auf diesem können interessierte Bürger Ihre Konzeptvorschläge erläutern und einreichen können. Das Konzept ist bereits eingereicht und wird beim Workshop ausführlich erläutert.

Parallel dazu bemühen wir uns darum Sponsoren – Stiftungen und Wirtschaft – für das Vorhaben zu gewinnen.

Peter Frei

Vorsitzender Online Schachclub / Landesturnierleiter